Natürliche Vorbereitung auf das Stillen

Es gibt nicht nur sehr nützliche vorbereitende Maßnahmen, die eine Geburt erleichtern, sondern es ist auch wichtig, sich selbst auf die Stillzeit einzustellen. Während der Schwangerschaft bereitet sich die Brust auf das Stillen vor und stellt sich auf die Milchproduktion ein. In der zweiten Schwangerschaftshälfte wird durch den veränderten Hormonhaushalt bereits die sogenannte Vormilch gebildet. Durch Stimulation oder Ausstreichen der Brustwarzen, aber auch von selbst kann diese Vormilch (Kolostrum) schon in den letzten Wochen vor der Geburt abgesondert werden. Die Brustwarzen verändern sich. Sie vergrößern sich, werden dunkler und eventuell auch empfindlicher. Die sogenannten Montgomerydrüsen, kleine Drüsen am Warzenhof, vergrößern sich und treten deutlicher hervor. Während Schwangerschaft und Stillzeit sondern sie eine Flüssigkeit ab, welche die Areola (Warzenhof) und die Mamille (Brustwarze) geschmeidig hält und schützt.

Es ist daher sinnvoll, die Brust bereits während der Schwangerschaft auf ihre neue Aufgabe des Stillens vorzubereiten:

  • Die Brüste während der Schwangerschaft regelmäßig betrachten, befühlen und Veränderungen erkennen.
  • Aufbauen einer positiven Einstellung und der Bereitschaft zum Stillen.
  • Natürliche Vorbereitung der Brust, d.h. ab und zu keine Büstenhalter tragen.
  • Die Brüste kalt-warm abduschen.
  • Brustmassage evtl. mit Mandelöl etc. Brustwarze und Warzenvorhof aussparen um vorzeitiger Wehentätigkeit zu vermeiden!
  • Durch Massieren lernt die Schwangere den Umgang mit ihrer Brust, um späteren eventuellen Stauungen der Milch vorzubeugen oder diese frühzeitig zu erkennen.
  • Vor der Geburt kann schon Vormilch ausfließen. Muttermilch hat eine pflegende Wirkung auf die Mamillen. Falls Vormilch vorhanden ist, diese nicht ausstreichen, eher eine Stilleinlage tragen, ansonsten wird der Milchfluss bei zu viel ausstreichen eher noch angeregt..
  • Bei Flach- oder Hohlwarzen empfiehlt sich das Tragen von "Brustwarzenformern", die die Warzenform günstig beeinflussen.
  • Wenn man stillen möchte empfiehlt es sich vor der Geburt ein oder zwei Still-BH´s zu kaufen. Diese sollten in der Regel ein bis zwei Nummern größer sein und sich leicht (auch mit einer Hand!) zum Stillen öffnen lassen. Nach dem Milcheinschuss lassen sich dann ausreichend Still-BH´s kaufen, die dann wirklich perfekt sitzen. Bedenke ein schnürender BH kann einen Milchstau verursachen und im schlimmsten Fall eine Brustentzündung.
  • Auch Stilleinlagen sind sinnvoll. Sie werden in den BH eingelegt und schützen vor Flecken, wenn die Brust anfänglich vielleicht zuviel Milch produziert und "überlauft". Es gibt Stilleinlagen aus Baumwolle, Seide oder Baumwollwatte. Bitte immer darauf achten, dass die Stilleinlage nie zu lange feucht ist, dies fördert sonst Infektionen.

stillfreundliche Einrichtung zur Entbindung

Ein Stillfreundliches Krankenhaus fördert aktiv das Stillen durch die Umsetzung der von der WHO / UNICEF-Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus" (BFHI) herausgegebenen Grundlagen (Stand: 21.8.2007)

Eine Liste der Stillfreundlichen Krankenhäuser (137 KB, PDF File, neues Fenster) in Deutschland finden Sie unter www.babyfreundlich.org.

Wurden bis zum September 2005 - 23 Krankenhäuser in Deutschland als stillfreundlich ausgezeichnet, so sind es im August 2008 - 34 Krankenhäuser. Auch hier gehört Deutschland zu den Schlusslichtern - weltweit gibt es mehr als 19.000 Stillfreundliche Krankenhäuser in über 150 Ländern.

Stillfreundliche Krankenhäuser erkennen Sie an der WHO / UNICEF-Plakette:

WHO / UNICEF-Plakette für Babyfreundliche Krankenhäuser

"Babyfreundliche Krankenhäuser" halten darüber hinaus die Bestimmungen des "Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten" und der sich darauf beziehenden WHA-Folgeresolutionen ein.